Recht & DSGVO

Third-Party-Cookies 2026: was Agenturen jetzt tun

Third-Party-Cookies 2026: Google behält sie in Chrome doch – warum das für dein Kunden-Tracking keine Entwarnung ist und was du Kunden jetzt rätst.

Dieser Text wurde mit KI erstellt und vor der Veröffentlichung nicht redaktionell geprüft.

Ragnova Team
· 6 Min. Lesezeit
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Ein Kunde ruft an und ist verunsichert: In einem Podcast habe er gehört, das Thema Cookies sei „durch" – Google behalte die Third-Party-Cookies jetzt doch, man müsse sich um Tracking und Einwilligung keine Gedanken mehr machen. Ob er das nervige Banner also abschalten könne? Diese Frage wirst du 2026 öfter hören, denn die Nachrichtenlage ist tatsächlich verwirrend. Google hat nach Jahren des Hin und Her einen jahrelangen Umbauplan beerdigt. Nur bedeutet das leider fast das Gegenteil von dem, was viele daraus lesen.

Wer als Agentur ein Dutzend Kundenseiten mit Analytics, Ads-Pixeln und Consent-Bannern betreut, braucht hier Klarheit. Denn die Entscheidung, ob du auf ein cookiefreies Tracking-Setup umbaust oder beim Bewährten bleibst, hängt direkt an dem, was in Chrome, Safari und Firefox wirklich passiert – und nicht an der Schlagzeile.

Third-Party-Cookies 2026: die Kehrtwende und ihre Grenzen

Zur Einordnung ein kurzer Rückblick. Google hatte über Jahre angekündigt, Third-Party-Cookies – also die kanalübergreifenden Verfolgungs-Cookies von Werbe- und Analysediensten – in Chrome abzuschaffen und durch die sogenannte Privacy Sandbox zu ersetzen. Im Juli 2024 ruderte das Unternehmen erstmals zurück und stellte statt der Abschaffung ein Auswahlfenster für Nutzer in Aussicht. Im April 2025 kam dann die eigentliche Wende: Google werde, so die offizielle Mitteilung, „die Third-Party-Cookies in Chrome weiter so unterstützen, wie sie heute funktionieren, ohne einen neuen Auswahldialog einzuführen". OneTrust fasst den Kern der Ankündigung so zusammen: „Wir setzen den Plan, einen nutzerseitigen Auswahldialog zur Verwaltung von Third-Party-Cookies in Chrome einzuführen, nicht um."

Kurz darauf zog Google auch bei der Technik dahinter den Stecker. Die Privacy-Sandbox-Initiative wurde faktisch eingestellt, weil die Werbe-APIs kaum angenommen wurden. Im Oktober 2025 entließ die britische Wettbewerbsbehörde CMA Google zudem aus den rechtlich bindenden Zusagen, die den ganzen Umbau überhaupt erst ausgelöst hatten. Der Fachdienst IAB UK bestätigt die neue Linie nüchtern: Die Privacy Sandbox behält den aktuellen Umgang mit Third-Party-Cookies bei. Übersetzt heißt das: In Chrome funktionieren die Tracking-Cookies vorerst weiter wie bisher.

Für viele klingt das nach Entwarnung. Es ist aber vor allem eine Absage an einen bestimmten technischen Ersatz – nicht an den Datenschutz. Google selbst betont weiterhin, dass der Aufbau einer eigenen First-Party-Datenbasis wichtig bleibt. Die reißerische Lesart „Cookies sind gerettet, Banner können weg" hält der Realität nicht stand, sobald man zwei Dinge dazunimmt: die anderen Browser und das geltende Recht.

Warum die Entwarnung nur für einen Teil der Nutzer gilt

Chrome ist nicht das Web. Der Browser dominiert zwar den Markt, aber ein erheblicher Teil deiner Kundenbesucher surft mit einem Programm, das Third-Party-Cookies längst standardmäßig blockiert. Apples Safari tut das über die Intelligent Tracking Prevention seit Jahren, Mozillas Firefox über die Total Cookie Protection ebenfalls. Laut den Browser-Marktanteilen von Statcounter entfällt auf Safari rund ein Fünftel des weltweiten Markts, dazu kommt Firefox mit einigen Prozent – im DACH-Raum liegt Firefox traditionell sogar spürbar höher als im weltweiten Schnitt.

Das ergibt eine unbequeme Rechnung. Selbst wenn Chrome die Cookies behält, ist ein zweistelliger Prozentsatz deiner Besucher für klassisches Third-Party-Tracking praktisch unsichtbar. Wer seine Kampagnen- und Analysezahlen allein auf diesen Cookies aufbaut, misst also seit Jahren einen wachsenden blinden Fleck – und daran ändert Googles Kehrtwende genau nichts. Die Fragmentierung zwischen den Browsern bleibt, sie verschwindet nur nicht mehr durch einen großen Chrome-Umbau von selbst.

Für die Praxis heißt das: Die technische Verlässlichkeit von Third-Party-Cookies sinkt ohnehin, unabhängig von Googles Ankündigung. Das ist der eigentliche Grund, warum der Trend zu First-Party- und serverseitigen Ansätzen weiterläuft – nicht, weil Chrome die Cookies abschaltet, sondern weil sie in weiten Teilen des Publikums schon heute nicht mehr greifen.

Am deutlichsten wird das beim Werbe-Reporting. Wenn ein Kunde in Google Ads oder Meta darüber klagt, dass die gemeldeten Conversions nicht zu den tatsächlichen Anfragen passen, liegt das oft genau hier: Ein Teil der Käufe entsteht in Safari oder Firefox und taucht in der cookiebasierten Attribution schlicht nicht auf. Die Kehrtwende in Chrome repariert diese Lücke nicht. Wer dem Kunden also verspricht, jetzt sei wieder „sauber" messbar, weckt eine Erwartung, die die Technik nicht einlöst – und steht später als derjenige da, dessen Zahlen nicht stimmen.

Der wichtigere Punkt: die DSGVO fragt nicht, was Chrome macht

Hier liegt das eigentliche Missverständnis deines Kunden. Ob ein Cookie technisch gesetzt werden kann, und ob du es setzen darfst, sind zwei völlig verschiedene Fragen. Die Pflicht zur Einwilligung ergibt sich in Deutschland aus § 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG) und der DSGVO, nicht aus den Voreinstellungen eines Browsers. Das BfDI weist ausdrücklich darauf hin, dass für nicht zwingend erforderliche Cookies und vergleichbare Techniken grundsätzlich eine vorherige, informierte Einwilligung nötig ist.

Google kann Third-Party-Cookies also technisch weiterlaufen lassen – rechtlich brauchst du für Marketing- und Analyse-Cookies trotzdem eine gültige Einwilligung. Das Consent-Banner bleibt damit Pflicht, wo einwilligungsbedürftige Techniken zum Einsatz kommen. Warum Cookie-Banner 2026 nicht verschwinden, haben wir an anderer Stelle ausführlich eingeordnet. Die klare Botschaft an deinen Kunden lautet also: Die Google-Nachricht ändert nichts an seinen Pflichten. Wer jetzt das Banner abschaltet, weil „Cookies ja bleiben", verwechselt eine Browser-Entscheidung mit einer Rechtslage – und riskiert eine Abmahnung.

Das ist an dieser Stelle keine Rechtsberatung, sondern eine fachliche Einordnung. Für die konkrete Ausgestaltung eines Consent-Setups im Einzelfall gehört ein Fachanwalt oder eine Datenschutzberatung hinzugezogen.

Was du deinen Kunden konkret rätst

Statt in Aktionismus zu verfallen oder alles beim Alten zu lassen, lohnt ein nüchterner Dreiklang.

Bestandsaufnahme: Was läuft überhaupt?

Verschaff dir pro Kundenseite einen Überblick, welche Dienste welche Cookies setzen und welche davon einwilligungsbedürftig sind. Oft finden sich in gewachsenen Setups längst vergessene Pixel und Tags, die nur noch Datenschutzrisiko ohne Gegenwert sind. Diese Inventur ist die Grundlage für jede saubere Consent-Konfiguration – und ganz nebenbei ein verkaufbares Mini-Projekt.

Weniger von den Cookies abhängig machen

Der belastbare Weg führt weg von der reinen Third-Party-Messung. Serverseitiges Tracking verlagert die Datenerhebung vom Browser auf den eigenen Server und macht dich unabhängiger von Cookie-Blockaden – was das technisch und für die DSGVO bedeutet, haben wir im Detail beschrieben. Ergänzend dazu liefern datenschutzfreundliche Analyse-Werkzeuge ohne Google Analytics oft schon ohne Cookies verwertbare Zahlen. Und wer Google-Dienste behält, kommt am Consent Mode v2 nicht vorbei.

First-Party-Daten aufbauen

Der strategisch wertvollste Rat ist zugleich der älteste: Daten, die dein Kunde mit Einwilligung selbst erhebt – über Newsletter, Kundenkonten, Downloads –, gehören ihm und funktionieren in jedem Browser. Genau darauf zielt auch Googles eigener Hinweis, First-Party-Strategien auszubauen. Für kleine Unternehmen ist das kein Datenimperium, sondern schlicht eine gepflegte Kontaktliste mit Erlaubnis.

Aus der Verwirrung ein Angebot machen

Für deine Agentur ist die aktuelle Unsicherheit weniger ein Problem als eine Gelegenheit. Deine Kunden lesen widersprüchliche Schlagzeilen und wissen nicht, was für sie gilt. Wenn du ihnen in einem kurzen, verständlichen Gespräch erklären kannst, dass Googles Kehrtwende ihre DSGVO-Pflichten nicht berührt, dass ein wachsender Teil ihrer Besucher ohnehin nicht mehr über Third-Party-Cookies messbar ist und dass ein robusteres Setup beides adressiert, dann bist du nicht mehr der Dienstleister, der ein Banner einbaut, sondern der Berater, der Orientierung gibt.

Dasselbe Prinzip gilt für andere externe Dienste, die du auf Kundenseiten einbindest: Schriftarten, Karten, Videos, Chat-Tools. Sie alle werfen dieselbe Frage nach Rechtsgrundlage und Datenabfluss auf – ein Werkzeug wie Ragnova etwa ist gerade deshalb als DSGVO-konforme, in der EU betriebene Lösung konzipiert, damit du bei Chatbots nicht dieselbe Cookie-Diskussion von vorn führen musst. Wer diese Themen souverän beantwortet, verkauft am Ende nicht Technik, sondern Sicherheit. Und die ist 2026 gefragter denn je.

Das Wichtigste in Kürze
  • Google hat im April 2025 den geplanten Umbau beendet: Third-Party-Cookies bleiben in Chrome vorerst erhalten, ein Auswahldialog kommt nicht – die Privacy Sandbox wurde faktisch eingestellt.
  • Das ist keine Entwarnung: Safari und Firefox blockieren Third-Party-Cookies weiter standardmäßig, sodass ein zweistelliger Prozentsatz der Besucher ohnehin nicht cookiebasiert messbar ist.
  • Die DSGVO und § 25 TDDDG verlangen für einwilligungsbedürftige Cookies weiterhin ein gültiges Consent-Banner – unabhängig davon, was ein Browser technisch zulässt.
  • Wer das Werbe-Reporting allein auf Third-Party-Cookies stützt, misst einen wachsenden blinden Fleck; serverseitiges Tracking und First-Party-Daten sind der belastbarere Weg.
  • Für Agenturen ist die Verwirrung eine Chance: Wer Kunden die Lage sachlich erklärt, verkauft Orientierung statt nur ein Banner.
#Third-Party-Cookies#Tracking#DSGVO#Consent#Privacy Sandbox
Quellen
  1. Google drops plans for third-party cookie choice prompt in Chrome — OneTrust · 2025-04-29
  2. Privacy Sandbox — Wikipedia · 2026
  3. Privacy Sandbox to maintain current approach to third-party cookies — IAB UK · 2025-04
  4. Cookies (Hinweise zur Einwilligung) — BfDI · 2025
  5. Browser Market Share Worldwide — Statcounter Global Stats · 2026

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